VE EEE 
Verftand und BWiffenfchaft, Erleuchtung und Grewiffen a 
Sind diefen mitgetheilt und jenem ganz entriffen. 
Der eine bat-den Zweck der Menfchheit wohl erfüllt; 
Der andre ward zum Schein in Menfchlichkeit gehüHt. 
Des einen Geift it froh, zu hören, was man fodre; 
Des andern Seel ein Cabz, daß er nur nicht vermodre, 
Der cine (chaffe fih Loby Sunf, Beyfally Chr und Rubınz 
Schlaf und Verdauung if des andern Eigenthum, 
„Der eine ficht, fein. Ge und Unglück jchon vom weiten, 5 A 
‘Sür jenes auf zu feyn und diefes zu Gbeftreiten, ft 
Den andern überrafcht fein Wohl und auch fein Wehr, 
Dh daf-er jenes Fenn und diefes überfeh. 
Der eine mägeE und nüßt des Heifigthumes Wange 
21md Faüpfe an diefe Zeit des andern Lebens Tage. 
Des andern Unvernunfe entbehrt des Holden Lichts : 
it Mdern voller Saft, denkt fein Gehirn auf nichts, 
Des einen Seele weiß ihr Herr| amt zu verwalten 
Und auch den Körper felbft in Blüte zu erhalten. 
Dres andern Seele lebt in blinder Lüfternheit 
Chlemmt und-befchleunigt felbft des Körpers Sterblichkeit, 
Der eine dient und hilft dem ganzen BVaterlande 
Und bringe durch Wig und Kunft manch rühmlih Werk zum Stande; 
Des andern UeppigFeit verträumt auch Glück und Ruh; 
Sim Ende weinen cr und andere dajzır 
Des einen Scerle war zum Schmuck der Welt gebohren 
Und hatte fich ein Theil, das ewig daurt, erfohren, 
Des audern Seele (chwamm in Schwindel, na und Fett: 
Und, wo fie nienfchlich mar, Iebt fie— beym ahomed, 
Euch, o_ihr Staaten, gehts, wie einzelnen Perfonen. 
2Belch eine Seele fol denn billig in eu wohnen ? N 
Die, welche nur Getlüt und Lebensgeifter fchenFt? 
28,07 Der die zugleich auch Einficht hat und denkt? 
Die Necht und Wahrheit Fenut? Die ein Semwiffen höret? 
Div Glück und Tugend baut und Noch und Lafter föret? 
Dır einen Sorge hält auch nicht den Leib‘ gefund, 
Dev audern if zugleich des SGeiftes Pflege Fund. 
Bon jener find für euch nur Nerven, Wdern , Scehnenz 
Bon diefer auch Berfiand und Tugend zu entlehnen, 
     
Entichzizer [dber: Soll cur Körper nur allein? 
Aßulr ihr nicht auch beglückt am edlern Theile feyn? 
Man {ht auch hiery wie wahr des Beifen Fürfchrift bleibe : 
  
WBunicht euch Gefundheit, er am Seift, und denn am Leibe, 
Auhlan! die Megel (elf auch mir vor Augen fiehn, 
Mach ihr foll ikt, wie fonft, mein treuer Wunfch gefehehn, 
Shr Dbern! Was uns dient, feht Eurer Weisheit offen. 
Durd Euch wird mancher Schluß zu unferm_ Wohl getroffen, 
‚Sm For, der auch für Euch des Scegens. Fülle hat, 
DBowiit, beglückt, befchiumt noch ferner unfern Staat! N 
Ihr
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.